Kasse

Die Krankengymnastik/Physiotherapie ist ein Heilmittel, das Ihnen bei medizinischer Notwendigkeit zusteht. Seit Juli 2001 ist die Art und der Umfang der möglichen Verordnung in einem Heilmittelkatalog geregelt. Als Regelfall ist dort je nach Diagnose eine Abfolge von Verordnungen möglich.

zum Beispiel:

Chronisches Lendenwirbelsäulensyndrom

1. Verordnung : 6x Krankengymnastik oder manuelle Therapie plus 6x Fango
1. Folgeverordnung wie oben
2. Folgeverordnung wie oben

Dann sind für diese Diagnose 12 Wochen Pause vorgeschrieben

Falls Sie im Anschluß ein weiteres behandlungsbedürftiges Problem haben (z.B. an der Halswirbelsäule), so kann die Behandlung für diese neue Diagnose unmittelbar fortgesetzt werden.
Ihr Arzt/Ärztin entscheidet über den Umfang der Verordnung. … Auch Verordnungen außerhalb des Regelfalles sind zur kontinuierlichen Behandlung möglich. Es besteht allerdings keine Verpflichtung, den Rahmen des Heilmittelkataloges voll auszuschöpfen. Zur näheren Information fragen Sie uns bitte.
Wenn Sie nicht von der Rezeptgebühr befreit sind, so ist zu Beginn der Behandlung ein Eigenanteil von 10 Euro pro Verordnung plus 10% der Behandlungskosten zu zahlen. Für ein Standardrezept sind dies um die 20 Euro.
Wichtige Fragen zur Physiotherapie
Müssen Kassenpatienten Zuzahlungen zu physiotherapeutischen Maßnahmen leisten?

§ 32 des 5. Sozialgesetzbuches legt fest, dass alle Patienten ab dem 18. Lebensjahr 15 Prozent der Kosten pro Anwendung anteilig zuzahlen müssen. Ausnahmen davon regeln §61 und §62 des 5. Sozialgesetzbuches. Sie sollen verhindern, dass die Zuzahlungen Patienten unzumutbar belasten mit der teilweise gefährlichen Folge, dass die Patienten erforderliche Behandlungen nicht wahrnehmen. Ein Beispiel: Versicherte Patienten, die wegen derselben Krankheit in Dauerbehandlung sind und ein Jahr lang Zuzahlungen in Höhe von einem Prozent ihres Jahres-Brutto-Gehaltes geleistet haben, können von den Krankenkassen von der Zuzahlung befreit werden. Es ist daher sehr empfehlenswert, sich alle Zuzahlungen quittieren zu lassen, ganz gleichgültig, ob man diese in der Apotheke, beim Krankengymnasten, Orthopädieschuster oder -techniker oder auch bei Krankenhausaufenthalten gezahlt hat. Ein Quittungsheft erhält man bei den Krankenkassen oder häufig auch in den Apotheken.